Ergänzende Therapien
Behandlung schwerer Formen der

Neurodermitis

Ergänzend zur Stufentherapie haben sich verschiedene nichtmedikamentöse Therapieverfahren bewährt. Sie tragen dazu bei, den Hautzustand zu verbessern, das Immunsystem zu stärken und den Alltag mit Neurodermitis zu erleichtern.

Phototherapie (Lichttherapie)

Die gezielte Bestrahlung der Haut mit UV-Licht bestimmter Wellenlängen kann zu einer deutlichen Verbesserung des Hautzustandes beitragen. Das Licht setzt verschiedene photobiologische Prozesse in der Haut in Gang und beeinflusst Haut- und Immunzellen. Zur Behandlung der Neurodermitis wird die Bestrahlung mit UVA-1, UVB-Schmalband und UVB-Breitband empfohlen. Durch die Einnahme von Tabletten oder die Anwendung von Salben und Bädern, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen, lässt sich die Effektivität der Lichttherapie steigern (PUVA-, Balneo-PUVA-Therapie). Die Phototherapie erfolgt unter ärztlicher Kontrolle mit genau dosierter Strahlung. Eine übermäßige Bestrahlung muss unbedingt vermieden werden, da dies zu chronischen Lichtschäden der Haut führen, unerwünschte Zellveränderungen auslösen und damit das Risiko für Hautkrebs erhöhen kann.

Neurodermitisschulungen

Jugendlichen und erwachsenen Patienten sowie den Eltern jüngerer Kinder mit Neurodermitis wird die Teilnahme an einer Neurodermitisschulung empfohlen. Diese Schulungen fördern den eigenverantwortlichen Umgang mit der Erkrankung und geben wertvolle Hilfestellungen, z. B. Strategien zur Juckreizlinderung und zur Meidung von Provokationsfaktoren. Studien zeigen, dass die Schulungen sowohl zur Verbesserung des Hautscores als auch zu deutlichen Verbesserungen der Lebensqualität beitragen. Schulungen für Kinder bzw. deren Eltern werden im Regelfall auf Antrag von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

neurodermitisschulung

Neurodermitisschulungen verbessern Lebensqualität

Je mehr man über seine Erkrankung weiß, desto besser kann man sie bewältigen. Daher sind Patientenschulungen ein wichtiger Teil des Behandlungskonzeptes. Bei der Neurodermitisschulung erhalten die Patienten neben medizinischen Informationen u. a. Hinweise zur stadiengerechten Hautbehandlung, erlernen Entspannungstechniken zur Stressbewältigung und erarbeiten Strategien zum Umgang mit psychosozialen Belastungen.

Psychologische Behandlung

Patienten mit schweren Formen der Neurodermitis haben einen hohen psychischen und emotionalen Leidensdruck. Die psychotherapeutische Begleitung als Einzel-, Familien- oder Gruppentherapie kann zur Stabilisierung des psychischen Gleichgewichts beitragen und den Patienten bei der Krankheitsbewältigung unterstützen. Teil der Therapie sind z. B. Verhaltenstraining, Selbstsicherheits- und Sozialtraining, das Erlernen von Entspannungstechniken und Übungen zur Stressverarbeitung. Diese Maßnahmen helfen dabei, stressbedingte Krankheitsschübe vorzubeugen und die Lebensqualität der Patienten zu steigern.

psychotherapie

Behandlung der Psyche

Die Psyche hat Einfluss auf den Krankheitsverlauf der Neurodermitis. Aber die Erkrankung wirkt sich auch auf die Psyche aus. Um den psychischen Leidensdruck zu lindern, sollte daher zusätzlich zur medizinischen Therapie auch die Psyche behandelt werden.

Stationäre Rehamaßnahmen

Patienten mit starken, immer wiederkehrenden Neurodermitisschüben profitieren oftmals von einem mehrwöchigen Aufenthalt in einer spezialisierten Rehaklinik. Dort ist eine umfassende Betreuung durch Ärzte und Therapeuten möglich.

Selbsthilfegruppen

Der Kontakt mit anderen Betroffenen, die gegenseitige Anteilnahme, der Austausch von Informationen und Erfahrungen ist für viele chronisch Kranke eine wichtige Stütze zur Krankheitsbewältigung. In der Gruppe kommen viele aus ihrer Isolation und gewinnen neues Selbstvertrauen.

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Aktuelle Pressemeldung

Was heißt hier schwer?

So beurteilen Ärzte Schweregrad und Leidensdruck bei Neurodermitis

Bonn, 29.11.18 Leicht, mittel, schwer: Um bei Neurodermitis eine geeignete Therapie zu finden, erfassen Ärzte mittels Punktesystem den Schweregrad. Dieser sagt allerdings nur wenig darüber aus, wie sehr ein Patient tatsächlich leidet. Hier setzt der Dermatologische Lebensqualitäts-Index (DLQI) an. Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe erklärt Sinn und Grenzen solcher Erfassungssysteme.

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